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Zakuuls Vermächtnis

4.0 und 5.0 bilden zusammen nachwievor den größten und erinnerungswürdigsten Story-Arc in der Geschichte von SWTOR und das wird wohl auch so bleiben...

"Es ist nicht alles Gold, was glänzt" scheint mir als Sprichwort perfekt auf Zakuul zugeschnitten zu sein, denn so glänzend und beeindruckend der Zakuul-Story-Arc einst eingeführt wurde, am Ende wurde er doch zu so etwas wie einem problematischen Stück der SWTOR-Geschichte. Die einen lieben es, viele andere hassen es und schlussendlich muss man sagen, dass Knights of the Fallen Empire schlicht und ergreifend ein massiver Umbruch war, der hoch ambitioniert war und dabei wohl etwas zu weit ging. Für mich war KotFE zu Beginn nicht mehr wirklich SWTOR, auch wenn die verbesserten Grafiken allem einen schicken Anstrich gaben. SWTOR entfernte sich mit Zakuul etwas zu sehr vom zentralen Konflikt der Story und man verpflichtete sich mit diesem Mega-Story-Arc 16 Kapitel + ein zweites Addon mit dieser Story zu liefern, die dann auch noch in einem Planeten-Arc und drei Flashpoints weitergeschrieben werden musste. Wer KotFE schon hasste dürfte SWTOR spätestens nach den ersten 4.0 Kapiteln aufgegeben haben. MMO-Bits wurde zu einem Unwort innerhalb der Community und nach 5.0 wurde die Kapitelstruktur für Addons sogar wieder verworfen, was dann auch die Fans des 4.0 und 5.0 Konzepts mit seinen wiederholbaren Story-Kapiteln vor den Kopf stieß.

 

Ich war selbst kein Fan von Zakuul und gerade KotET sorgte bei mir für den Verlust des Interesses, doch so sehr ich dann auch Ossus und die Rückkehr zum gewohnten Konflikt bejubelte, so ganz hat mich der Glanz Zakuuls dann doch nicht kalt gelassen. Sowohl 4.0, als auch 5.0 haben erzählerisch und in Hinsicht auf die Lore einiges zu bieten. Ich finde es ist kein Wunder, dass es selbst Jahre nach 5.0 immer noch Zakuul-Rollenspieler gibt, die sich nichts sehnlicher wünschen würden als mehr vom Schicksal dieser Welt zu erfahren, die für zwei Addons im Mittelpunkt stand. Zakuul und der Ewige Imperator haben uns ein schweres Erbe hinterlassen. 2021 wird SWTOR seinen zehnten Geburtstag feiern und ich hoffe durchaus, dass uns dann 7.0 erwarten wird, ein Addon, das zumindest von historischer Bedeutung sein könnte. Ich selbst habe gerne 3.0 gefeiert, weil es ja Klassenstory-Content zu bieten hatte, doch mit all seinen Story-Kapiteln war 4.0 erzählerisch der dichteste Story-Arc, da er unerhörte 16 Kapitel umfasste, woran seither nichts rangekommen ist. Dieser Story-Fokus kostete SWTOR jedoch einiges und man wird uns in 7.0 wohl kein zweites 4.0 "zumuten" wollen. Ich will nicht einmal behaupten, dass man ja hoffen kann. Ich mache es mir daher einfacher und sage, dass ich hoffe, 7.0 wird den auf Ossus begonnenen Story-Arc um Darth Malgus Rückkehr fortführen, denn nur ein solcher mehrere Addons umfassender Erzählstrang kann schlussendlich dafür sorgen, Zakuul vergessen zu machen. Leider pisst uns 2020 eine gewisse Pandemie ans Bein und all jener Story-Content der zu diesem Zeitpunkt in einem Paralleluniversum ohne Covid-19 bereits veröffentlicht sein würde steht noch bis November oder gar Dezember 2020 aus. Mir wäre nichts lieber, als in dieses Paralleluniversum zu wechseln und zu hoffen, dass es dort kein Covid-20 geben wird, das dort den Launch von 7.0 im nächsten Jahr sabotieren wird. Aber leider. Hoffen wir 2021 wird zumindest in unserer Ecke des Multiversums besser als 2020. 

 

Um doch wieder auf den Punkt zurückzukehren, der Zakuul-Arc samt Iokath und den Verräter-Flashpoints ist die massivste Story seit 1.0 gewesen und man musste meiner Meinung nach schon den einzig wahren DARTH MALGUS zurückbringen, um dem etwas entgegen setzen zu können. Bis jetzt haben wir jedoch noch viel zu wenig von Malgus gesehen und ich hoffe, man wird ihn nicht in einem Flashpoint auf dem Weg zu 7.0 beseitigen. Malgus als ikonischer Bösewicht und Relikt der 1.0 Ära hat das Potential seine eigene Ära innerhalb der Geschichte von SWTOR zu schaffen, sofern man ihn nicht frühzeitig sterben lässt. Zu diesem Zeitpunkt fehlt es BioWare wohl an der Zeit, dem Geld und auch dem Mut einen völlig neuen Antagonisten zu erschaffen, der ja auch das Risiko in sich bergen würde wieder einige der verbliebenen oder neu hinzugewonnenen Spieler zu verjagen. Zakuul hatte immer das Problem, dass man sich auf das Risiko eingelassen hatte einen völlig neuen und bis dahin nicht etablierten Cast an Antagonisten geschaffen zu haben. Ich will das heute nicht mehr als großen Fehler bezeichnen, aber es war ein Risiko und es hat sich vielleicht nicht ganz so ausgezahlt wie nach dem Launch von 4.0 behauptet. Mit 4.0 hat BioWare Austin jedoch auch bewiesen, dass man es kann, wenn man nur will. Die mit 4.0 eingeführten Charaktere gehören zum Teil zu den beliebtesten der jüngeren Vergangenheit und man schaffte es auch einige bereits existiertende Charaktere in ein völlig neues Licht zu rücken. Ich bin ja nicht umsonst ein Gründungsmitglied der Disciples of Marr geworden. Und wir warten 2020 immer noch auf die Rückkehr oder zumindest die nächste Erscheinung unseres heiligen Ghost Marr. 6.0 war in meinen Augen interessant, weil es mit Arn einen sehr interessanten neuen Charakter einführte und auf beiden Seiten einiges an world building zum neuen Status quo betrieb. General Daeruun, Gnost-Dural, Tau Idair und nun auch Arn machen auf dem Papier bereits eine gute Figur, aber ich wage zu behaupten, dass sie alle noch nicht mit dem Cast von KotFE und KotET mithalten können, der aber auch wie bereits erwähnt zwei Addons und einiges mehr für sich verbuchen konnte. Die neuen Helden der Republik stehen erst am Anfang ihrer Reise und ich würde ihren Zustand eher mit jenem des Casts nach den ersten 9 Kapiteln von KotFE vergleichen. Es ist noch einiges offen, was gerade mit Tau und Arn passieren kann. Auf imperialer Seite tue ich mir etwas schwerer damit, das Positive an der "Malgus-Ära" zu sehen. Es gibt potentiell zu viele Charaktere die nun tot sein können und neu hinzugekommen ist vor allem Darth Rivix, der bisher noch viel zu wenig zu tun hatte. Commodore Pardax blieb bis jetzt überhaupt ziemlich stumm und im Dunklen Rat müssen künftig nur Darth Xarion und Darth Krovos berücksichtigt werden, da diese beiden 6.0 auf jeden Fall überlebt haben. Zumindest Xarion ist jedoch ein interessanter Charakter, der so manchen faszinierenden Aspekt von Darth Baras oder Darth Jadus verkörpern könnte. Zumindest scheint man aber zu versuchen Kaiser Vowrawn bzw. Kaiserin Acina in die Story einzubeziehen, was ich sehr lobenswert finde. Trotzdem hat man meiner Meinung nach weniger imperiale Ansprechpartner, als republikanische. Ich vermute daher auch, dass man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu früh von Lana Beniko verabschieden wird. Vielleicht spricht da aber auch nur Wunschdenken aus mir, denn ich liebe Lanas Charakter spätestens seit Ziost und war immens gehyped als sie in 4.0 de facto die Hauptrolle unter den Gefährten erhielt.

 

Das größte Potential eines Malgus-Zeitalters würde meiner Einschätzung nach jedoch die Möglichkeit bieten, dass man sich ihm anschließt. Ich würde diese Option ja nicht ganz ausschließen, zumal man es nach 6.0 zur Möglichkeit machte, die Allianz auf Odessen weiterhin pseudo-unabhängig zu belassen. Wie das ablaufen könnte wage ich mir wegen der Story-Verwirrungen nicht einmal vorzustellen, aber vielleicht gibt es ja einen Weg. Zumindest wäre es denkbar, dass Malgus das Acina/Vowrawn-Problem löst, indem er sich selbst des aktuellen Amtsinhabers entledigt und somit zum neuen legitimen Sith-Imperator krönt. Dem stünde in meinen Augen nur eines entgegen - als Hand des Imperiums wäre man Malgus Vorgänger(in) in diesem Amt verpflichtet. Eine Thronbesteigung durch Malgus könnte aber auch den Status quo auf imperialer Seite zu Gunsten des einstigen Allianzkommandanten ändern, da man sich von Malgus vielleicht eine Beförderung erwarten kann. Vom Kaisermörder, zum Kaisermacher? Da stellt sich ja nur die Frage, warum man nicht selbst versucht hat den Thron zu beanspruchen, immerhin wäre man als Ex-Imperator von Zakuul/Odessen mindestens genauso qualifiziert wie der "falsche Imperator" Malgus. Wir drehen uns mit diesen Fragen spätestens seit 5.0 jedoch immer wieder im Kreis. Aktuell sollte einem klar sein, dass man sich erst wieder einmal den Weg ins Zentrum der imperialen Macht erkämpfen muss und auf diesem Wege gibt es auch noch Hindernisse wie Darth Krovos oder den enigmatischen Darth Xarion zu überwinden, die beide in den letzten 5-7 Jahren keine Auszeit von ihrem Job als Vollzeit-Imperiale eingelegt haben. Es klingt vielleicht etwas brutal das zu sagen, doch man hat sich in 5 Jahren Karbonithaft + 2(?) Jahren als Allianzkommandant nicht gerade beliebt gemacht. Acina oder Vowrawn können Sith-Inquisitoren zwar ihre Machtbasis rückerstatten, doch es sind de facto Jahre vergangen und man hat einiges an Macht innerhalb des Imperiums verloren. Zudem wird man ohnehin dadurch ausgebremst, dass Sith niemals einen Mandalorianer oder Ex-Agenten als Kaiser akzeptieren würden. Malgus als Imperator wäre zumindest interessant, weil er wohl durchaus dazu bereit ist, militärische Kampagnen selbst zu befehligen. Gleichzeitig wäre ein der römischen Bedeutung des Titels Imperator würdiger Kaiser wohl auch dazu gezwungen die alltäglichen Geschäfte der imperialen Politik an den Dunklen Rat oder die ranghöchsten Bürokraten zu delegieren. Das Militär hätte Malgus so wohl schnell auf seiner Seite und die restliche Bevölkerung könnte sich wahrscheinlich für so manchen militärischen Erfolg begeistern. Unterm Strich wäre Malgus wohl der bessere Arcann.