Imperiale Guerilla-Kriege, Kriegsverbrechen auf Seiten der Neuen Republik, Tarkins Superwaffenforschung und Luke Skywalker beim Aufbau eines neuen Jedi-Ordens - klingt doch nach etwas, das auch gut zu Dave Filonis und Jon Favreaus Star Wars-Serien passen würde?
Wenn ich heutzutage an Kevin J. Anderson denke, dann nicht mehr nur aufgrund seiner Rolle als einer der Architekten der Star Wars Legends, sondern auch wegen seiner Rolle bei der Schaffung der Dune-Sequels und Prequels, zusammen mit Frank Herberts Sohn Brian Herbert. Von Star Wars zu Dune ist ja durchaus eine Karriere und nach der Serie Dune Prophecy, die auf Herberts und Andersons Dune Prequels basiert, wäre ich umso interessierter daran, wie eine Serien-Adaption von Andersons Jedi-Academy-Trilogie ausgesehen haben könnte. Als ich mir jüngst Dune Prophecy ansah hatte ich jedenfalls einige Jedi Academy-Déjà-vus.
Die Jedi Academy-Trilogie ist als Teil der Legends naturgemäß kein Produkt moderner Trends, wie der modernen Obsession mit Mandalorianern. In einer Zeit vor The Mandalorian oder auch The Clone Wars war es schlicht nicht notwendig die Mandos oder zumindest einen Mando in jedes Werk einzuschieben, denn die Mandalorianer spielten da im Fandom selbst noch kaum eine Rolle, ein Großteil ihrer Lore war noch nicht einmal entwickelt. Anderson schrieb seine Star Wars-Romane in den 90ern und man kann sie auch als Spinoff seiner Beteiligung an den Tales of the Jedi-Comics sehen, welche wiederum als Spinoff der Dark Empire-Comics gesehen werden können.
Ist man ohnehin nicht zu tief im modernen Kanon verwurzelt, dann kann man die Jedi Academy-Trilogie sogar noch als mit dem modernen Star Wars vereinbar betrachten. Statt Ben Solo haben Han und Leia halt die Zwillinge Jacen und Jaina, sowie ein drittes Kind namens Anakin und es tummeln sich Charaktere in der Story, die ihre eigenen Story-Arcs in anderen Romanen haben, wie Mara Jade oder Corran Horn. Anderson gilt für mich als einer der Architekten des damaligen Expanded Universe, weil er seine Romane eben derart vernetzt hat. Da kommen Mara Jade aus den Thrawn-Romanen, Corran Horn aus der X-Wing-Reihe, sowie Kam Solusar aus den Dark Empire Comics und Exar Kun aus den Tales of the Jedi vor, während er selbst Charaktere etabliert, die ein fester Bestandteil des Universums werden, wie der machtsensitive Kyp Durron.
Eine Beschreibung der Story der Jedi Academy-Trilogie kommt jedoch nicht ganz ohne die Erwähnung der beiden Jedi Knight-Spiele Jedi Knight II: Outcast und Jedi Knight: Jedi Academy aus. Diese beiden sind praktisch Sequels zur JA-Trilogie und spiegeln wage die Themen und Probleme des Jedi Praxeums auf Yavin 4 später, vornehmlich ein attraktives Ziel für imperiale Rache-Aktionen zu sein. Einige Jedi-Schüler wie Desaaan oder Brakiss werden schließlich sogar der dunklen Seite verfallen und wie Desaan Kontakte zu imperialen Kriegsherrn knüpfen.
Soweit so gut, der Plot der Jedi Academy-Trilogie beschäftigt sich zunächst damit, dass Luke Skywalker in Jedi Search erst einmal den ersten Jahrgang seiner Jedi-Schüler finden und rekrutieren muss. Da denkt man heutzutage vielleicht auch etwas an X-Men First Class. Es sind jetzt nicht gerade Jugendliche die Luke als selbst ernannter Jedi-Meister rekrutiert, denn noch muss er sein Trainingsprogramm und auch die Infrastruktur seines neuen Jedi-Ordens erst entwickeln. Neben bereits bekannten Machtsensitiven, die sich selbst für eine Jedi-Ausbildung anbieten, findet Luke auch Leute wie den Einsiedler Streen oder den "Häuptling" einer Gestrandeten-Gemeinschaft Gantoris. Lukes erste Klasse hat sogar einen "Ex-Inquisitor" (Kam Solusar), eine Hexe von Dathomir (Kirana Ti) und eine nur schwach machtsensitive Lore-Hüterin (Tionne) aufzubieten, abgesehen von der Nichte Admiral Ackbars (Cilghal). Kam Solusar mag im EU noch als ehemaliger dunkler Jedi bezeichnet gewesen sein, im neuen Kanon wäre er jedoch wohl mit einem Inqisitor gleichzusetzen.
Kevin J. Anderrson hat schon in den 90er-Jahren ziemlich "moderne" Picks für seinen Cast gewählt, aber man darf sich nicht erwarten, dass jedem Charakter der uns heute interessant scheint auch damals schon das Rampenlicht gewidmet wurde. Kirana Ti bleibt ein Nebencharakter und Kam Solusar wird auf Ewigkeit darunter leiden, dass seine für Dark Empire erdachte Origin Story nie als Kurzgeschichte oder Roman adaptiert wurde. Die Blaupausen für ein kanonisches Remake wären damit auch stellenweise ziemlich unvollständig. Dass interessanteste an Kam Solusar ist jedoch noch, dass er als Sohn eines die Jedi-Verfolgung überlebenden Jedi-Ritters geboren und von diesem auch ausgebildet wurde. Solusar wäre also ein denkbares Vorbild für eine bisher im Kanon noch nicht umgesetzte zweite Generation von Inquisitoren, welche aus den entführten machtsensitiven Kindern nach Order 66 hervorging. Bisher scheint man diese Generation jedoch offscreen zu Opfern von Palpatines Projekt Necromancer gemacht zu haben. In den von Kevin J. Anderson und Rebecca Moesta geschriebenen Young Knights-Jugendbüchern kommt es schließlich sogar zum Aufbau einer Schattenakademie, die von einigen vermeintlichen imperialen Gardisten und mit der Hilfe des bereits erwähnten dunklen Jedi Brakiss aufgebaut wurde. Zu diesem Plan gesellte sich auch eine der in den Legends keineswegs dezimierten Nachtschwestern. Die Gardisten gaben jedoch vor dem wiederauferstandenen Imperator zu dienen, etwas das sie durch den Einsatz von Hologrammen vortäuschten - KI-generierte Fake News würde man heute sagen.
Neben Luke stößt schließlich auch Han Solo auf einen Jedi-Rekruten, doch das eher ungewollt. Hans Sidequest in der Jedi Academy-Trilogie verschlägt ihn zunächst nach Kessel, wo er die Bekanntschaft des Sklavenarbeiters und Waisen Kyp Durron macht. Han, Chewie und Kyp stoßen jedoch auch auf eine geheime imperiale Forschungsstation mitten im nahe Kessel liegenden Maw Cluster. Die Maw Installation erweist sich als seit Jahren vom Rest der Galaxis abgeschnittenes Forschungszentrum, das einst für Großmoff Tarkin Superwaffen entwickelte. Die Kommandeurin der dort stationierten imperialen Streitkräfte ist Admiralin Daala, ein einstiger Protege Tarkins. Daalas Schrecken über die Zerstörung der beiden Todessterne, Tarkins und Palpatines Tod (die Geschichte spielt nach Dark Empire, Palpatine und all seine Superwaffen sind also schon Geschichte) weicht dem Wunsch von Rache. Und nachdem es Han und Anhang gelingt mit einer gestohlenen Superwaffe zu flüchten, bricht auch Daala zu ihrem Rache-Feldzug auf. Daalas Ressourcen sind jedoch begrenzt, sodass sie anders als die übrigen imperialen Kriegsherrn mit Guerilla-Taktiken vorgehen muss. Die größere und zunächst noch verborgene Gefahr kommt jedoch von einer dunklen Macht die in den Hallen der Jedi-Akademie schlummert - dem am Ende der Tales of the Jedi-Comics dort versiegelten Geist des dunklen Lords Exar Kun. Kun hat es auf Lukes Star-Schüler abgesehen und versucht diese mit den Verlockungen eines schnelleren Zugangs zu Macht-Techniken zu locken - ganz im Sine der dunklen Seite, wie sie Yoda noch beschrieb, die dunkle Seite sei nur schneller, nicht stärker oder besser. Während Lukes Training eher zäh und langsam wirkt, immerhin muss er manche seiner Schüler praktisch von 0 auf trainieren, während andere schon gewisse Techniken beherrschen, punktet Kun damit den Klassenbesten bereits fortgeschrittenes Knowhow anzubieten. Kun ist sich jedoch auch seiner eingeschränkten Möglichkeiten bewusst, solange ihm eine physische Form fehlt. Dennoch kann er töten und tut das auch, um nicht gegenüber dem "Jedi-Meister" verraten zu werden. So ermordet Kun Lukes ersten Star-Schüler Gantoris, nachdem er diesen geholfen hatte sein "Regenbogen-Lichtschwert" zu konstruieren, da ihn Gantoris (im Herzen doch ein moralisch aufrechter Kerl) an Luke zu verraten drohte. Mit Kyp Durron hat er es leichter, denn in Kyp steckt Hass. Ein Jedi zu werden, um gegen das Imperium zu kämpfen ist für Kyp die beste Wahl - doch dieser Weg wird ihn in den Legends auch zum größten Kriegsverbrecher auf Seiten der Rebellion machen...
Die Geschichte um Daala, Kyp, die Jedi-Akademie und das Vermächtnis der imperialen Superwaffen-Forschung geht übrigens noch im Einzel-Roman Darksaber weiter, in welchem sich einer der Nachfolger Jabba the Hutts und Prinz Xizors eines Planetenkillers bemächtigen will. In Darksaber bringt Anderson sogar Thrawns einstige rechte Hand Gilad Pellaeon ins Spiel und schafft eine Situation mit welcher es Daala gelingt die imperialen Kriegsherren weitgehend zu vereinen, womit sie unwissentlich die Grundlage für das spätere Rest-Imperium unter Pellaeons Führung geschaffen hat. Die Pellaeon-Daala-Connection ist es auch, die in den Legacy of the Force und Fate of the Jedi-Romanen schließlich noch einmal Bedeutung gewinnt und eine spätere galaktische Krise heraufbeschwört. Daalas Vendetta gegen den Jedi-Orden wird nie einer Versöhnung weichen. Die spätere Einführung Daalas ist aber auch ein Beispiel dafür wie oberflächlich dieses Verbindungen schließlich erhalten werden. Kevin J. Anderson verschwand im neuen Jahrtausend aus der Riege der Star Wars-Autoren und die Mega-Reihen wie Legacy of the Force und Fate of the Jedi waren Beispiele dafür, wie gerne jeder der Autoren sein eigenes Süppchen kochte. Charaktere verschwanden aus der Story, bis sie im nächsten Roman ihres Autors wieder auftauchten. So tragend die Rolle Daalas auch wurde, keiner scheint mir Daala wirklich verstanden oder ergründet zu haben, denn eigentlich hätte ihre Rolle auch zunächst ein anderer Charakter spielen sollen. Kurzum, sehr oft darf man sich bei den Gastauftritten in den Legends keine allzu tiefe Charakterisierung erwarten, egal wie wichtig diese zu manchen Zeitpunkten wäre. In meinen Augen hat das dem EU auf Dauer sehr geschadet, denn der Schatz an Charakteren mag überbordend geworden sein, die Autoren waren jedoch auch nicht immer ganz unschuldig. Sicher ist es viel verlangt, jemanden zu zwingen als Vorbereitung auf seine "Rolle" 4 Romane eines anderen Autors als Pflichtlektüre aufzuzwingen, aber wenn er dann selbst 5 Romane mit diesem Charakter als einen zentralen Antagonisten schreibt und nur stiefmütterlich behandelt, dann wirkt dieses Verhältnis auf mich jedenfalls ziemlich unausgeglichen. Das Problem ist einfach - am Ende des EU hatten gerade noch einmal die letzten Fans den Überblick, denn jeder andere Autor war kaum daran interessiert sich für nach Fate of the Jedi durch 50+ Bücher zu lesen (das Post-Endor-EU der 90er aka die Bantam-Ära, The New Jedi Order, Dark Nest, Legacy of the Force und noch die 9 Bände von Fate of the Jedi, wenn man Riptide, Crosscurrent und Millenium Falcon auslässt). Als Lösung wurde seitens von Lucasfilm meistens die Ausgabe der Essential Guides (In-universe Referenzwerke über alles mögliche wie Militärgeschichte, die Macht, Alien-Spezies, Planeten usw.) gewählt, was sich seit dem Start des neuen Kanons vielleicht mit einem Verweis auf Wookieepedia als Recherche-Datenbank vergleichen ließe. Natürlich, ob man jetzt mit einem Lexikon oder Wikipedia recherchiert, beides wirkt auf den Laien etwas oberflächlich.
Die Star Wars Legends, aber auch der neue Kanon und jedes andere Expanded Universe laden aufgrund ihrer Entwicklungsgeschichte natürlich dazu ein, sich über die Überlebensfähigkeit von Shared Universe-Konstrukten Gedanken zu machen. Wären weniger und dafür besser miteinander abgestimmte Autoren die Lösung? Gerade bei den Comics gibt es ja ganze "Runs" die nur von einem Autor geschrieben werden und mehrere Story-Arcs umfassen können, auf die sich der gleiche Autor dann bei einem Run mit einem Charakter auch wieder beziehen kann. Gerade bei Comics wird mit Reboots und abweichendem Kanonverständnis jedoch ziemlich gerne alles über den Haufen geworfen. Gleichzeitig scheint mir dafür aber auch viel von der Redaktion abzuhängen, denn wenn diese einem Autor das Recht einräumt die Geschichte neu zu schreiben oder umzuschreiben, dann wird dieser das wahrscheinlich auch tun. Star Wars hat auf redaktioneller Seite ohnehin ein Problem, den während man den Filmemachern absolute Freiheiten zugestehen will, ebenso wie manchen Serienmachern, so scheitern die Projekte auf unteren Ebenen oft daran, dass diese nichts am State of the World ändern dürfen. So entstehen Werke die schlussendlich auch nichts zum Kanon beitragen können, weil sie auf sich beschränkt bleiben müssen. Diese Belanglosigkeit hat mich schon an manchen Legends-Werken gestört, die versucht haben sich möglichst stark von der Kontinuität abzukapseln und sich für ihre Geschichten ein eigenes Vakuum zu schaffen. Seifenblasen sind schön anzusehen, aber der Begriff der Bubble ist heutzutage durchaus etwas negativ besetzt.
Um auf die Jedi Academy-Trilogie zurückzuschwenken, Admiralin Daala existierte auch in einer Bubble und man könnte den Vergleich zu Großadmiral Thrawn ziehen, der ebenso vom Rest des Imperiums abgeschnitten war. Und Daala versuchte wie Thrawn mit ungewöhnlichen Taktiken gegen die "Rebellion" vorzugehen. Nur dass sie schlussendlich weit weniger Ressourcen zur Verfügung hatte und dadurch zum Scheitern verurteilt war. Daalas Problem ist auch, dass sie ähnlich wie Thrawn nicht in die Nachrkriegsordnung des Imperiums integriert war. Die Kriegsherrn welche das Imperium unter sich aufgeteilt hatten waren nicht gewillt sich einer höheren Autorität unterzuordnen und schufen sich auch Titel, welche einen berechtigten Anspruch auf die eigene Herrschaft symbolisieren sollten. Nun traute sich zwar keiner offen den Titel eines Imperators zu beanspruchen, aber Prinz-Admiral & Co waren nicht mehr so weit von einem Thronanspruch entfernt. Anders als Thrawn stand Daala als einfache Admiralin jedoch in der einstigen imperialen Hierarchie auch nicht notwendigerweise über den späteren Kriegsherren. Der als Großadmiral dem Imperator direkt unterstellte Thrawn hatte das Privileg dem Thron schon in der imperialen Hierarchie sehr nahe zu sein und das war auch von Autor Timothy Zahn so gewollt, der Thrawn diesen Rang aufgrund der Anlehnung an Großadmiral Karl Dönitz verlieh, dem letzten Staatsoberhaupt des Dritten Reichs. Dass man Palpatine in den Legends später einen Großwesir zur Seite stellte, der dann de facto als dessen Stellvertreter agieren konnte, wusste Zahn seiner Zeit noch nicht. Er ging davon aus, dass das Imperium nach der Auflösung des Senats und der Ermächtigung der "Militärgouverneure" (wie Tarkin) in Episode IV wohl zu einer Militärdiktatur geworden war, sodass auch der martialische Titel des Imperators praktisch als Rang auf der militärischen Karriereleiter gesehen werden konnte. Römischer als das deutsche Kaiserreich oder britische Empire mit ihren durchaus revolutionsfähigen Zivilgesellschaften in den Kernländern. Daala ist unter den Kriegsherren schlussendlich keine herausstechende Person, auch wenn sie schließlich durchaus überdurchschnittliche Leistungen erbringt. Was ihr fehlt ist eine solide Machtbasis, mehr noch als dem von Zahn als politisch wenig versiert dargestellten Thrawn. Thrawn wirbt mit Meritokratie und durch Abgrenzung zum Despotismus a la Vader. Daala fehlt diese Agenda. Kevin J. Anderson wollte für Daala schlussendlich aber auch keine Daala-Trilogie schreiben, sondern eine Geschichte in der sie nur eine der beiden Antagonisten-Rollen einnimmt. Sicher, auch das erinnert an die Thrawn-Trilogie, wo man neben Thrawn noch auf Joruus C'baoth als zweiten Antagonisten zählen konnte. Thrawn und C'baoth arbeiteten zeitweise jedoch auch zusammen, was Exar Kun und Daala verwehrt blieb. So gesehen geht die Jedi Academy-Trilogie eigene Wege und auch Kyp Durrons zeitweilige Schurken-Rolle ist etwas, das dieser Trilogie ihre Eigegenständigkeit verleiht. Unterm Strich würde ich der Jedi Academy-Trilogie daher deutlich schwächere Antagonisten bescheinigen, aber der Vergleich mit der Thrawn-Trilogie wirkt in den Star Wars Legens immer etwas unfair. Ich will mich daher nicht auch noch mit den unterlegenen Protagonisten oder der Bedrohungslage beschäftigen. Die Jedi Academy-Trilogie ist für mich unterhaltsam und genau das zählt.
Anderson ist kein Timothy Zahn und seine Werke wirken nicht ganz so innovativ, aber doch unterhaltsam, etwas das auch bei seinen Dune-Sequels und -Preqeusl so empfunden habe. Der Unterschied zu Frank Herbert ist klar erkennbar und Anderson scheint mir auch gar keine krasse Umdeutung oder Enthüllung des Hauptwerks angestrebt zu haben. Angespornt von Co-Autor Brian Herbert und dem was Herbert senior selbst an Notizen zu seiner Idee für Dune Sequels oder der Geschichte des Dune-Universums hinterlassen hat haben sich die beiden jedoch zu einer etwas adventurelastigen Adaption des Materials entschlossen und dem ganzen dann über zig weitere Romane ihren eigenen Stempel aufgedrückt. Es gibt mittlerweile mehr Dune von Brian Herbert als von seinem Vater und dieses "erweiterte Dune" ist auch von Kevin J. Anderson mitgeprägt. Ganz allgemein wird das erweiterte Dune jedoch als minderwertiger angesehen, weil etwas von der philosophischen Qualität der Werke Herbert seniors fehlt. Auch Frank Herbert war kein perfekter Geschichtenerzähler, jedenfalls in meinen Augen. Aber der ältere Herbert schien in seinen Werken unter der Oberfläche noch mehr Tiefe zu verstecken, so als wäre etwas unter Sand vergraben.