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Stargate kehrt zurück

Fast dachte man schon Amazon hätte MGM aufgekauft, um dessen Film- und Serienschatz ungenutzt in eine Vitrine zu packen...

Es tut sich also etwas und zumindest seit November 2025 weiß man von Amazons sehr konkreten Plänen für eine neue Stargate-Serie, die sogar einige der Original-Schöpfer wie Roland Emmerich (vielleicht nur als Aushängeschild und Executive Producer, weil er den Film gemacht hat) und Martin Gero (einer der Serienmacher) an Bord haben wird. Emmerichs Pläne für Film-Sequels scheinen alle durchgefallen zu sein und seine Beteiligung an der neuen Serie, die laut Martin Gero auf den Serien-Kanon aufbauen dürfte, ist eher unwahrscheinlich. Dass Emmerich trotzdem genannt wird kann ähnlich sein wie bei Cobra Kai und Will Smith, seit Smiths Beteiligung am Karate Kid-Remake ihm einen undefinierten Status im gesamten Franchise eingebracht hat.

 

Und damit hört eigentlich schon auf, was man zur neuen Serie weiß. Sie wird wohl nichts bisheriges über den Haufen werfen, soll aber auch keine Fortsetzung von SG-1, Atlantis oder Universe werden. Man muss also abwarten bis mehr Details bekannt werden.

 

Auf jeden Fall stimmt die Ankündigung hoffnungsvoll, wenn man das in diesen geopolitischen Chaos-Zeiten noch sein kann. Stargate war und ist für mich prägend, soweit es Science Fiction betrifft. Ich habe alle 3 Serien inkl. der beiden Filme und sogar Emmerichs Film auf DVD gekauft und würde die neue Serie auch gerne auf diese Weise unterstützen. Aber das ist nun nicht so wahrscheinlich. Amazon-MGM scheint mir physische Veröffentlichungen, an denen man ein Besitzrecht erwirbt und nicht der Willkür eines Konzerns ausgeliefert ist, nicht gerade sehr enthusiastisch zu produzieren, wenn überhaupt. Seit sich Netflix Warner Brothers geschnappt hat wird diese Situation sich wohl noch weiter verschärfen. Physische Datenträger sind out - jedenfalls für die großen Studios, die dadurch ihre Streaming-Dienste bewerben wollen. Bei mir stößt das jedoch zunehmend auf Abneigung.

 

Amazon Prime Video ist nett und wirkte auf mich bis vor einiger Zeit noch relativ sicher, da man Filme ja kaufen und so mehr oder weniger "besitzen" durfte. Währenddessen führte Amazon Werbung für normale Prime-Inhalte ein und man muss sich mit einem Extra-Abo von dieser Werbung freikaufen. Störend für Content den man nicht gekauft hat - aber nicht jeder Content ist zum Kauf verfügbar. Serien wie The Expanse sind etwa nur zum Teil kaufbar und genau mit dieser Serie fingen auch meine Probleme mit Amazon Prime an. Eines Tages war die Original-Tonspur bei Season 1 einfach weg. Auf Nachfragen beim Kundenservice stellte sich raus, dass es ein technisches Problem sein soll. Bei der Einführung der Dialogue Boost-Tonspuren dürfte der Publisher der Serie, also nicht einmal Amazon, auf die Original-Tonspur vergessen haben, sie ist also rausgefallen. Wird gefixt. Wurde es auch, es dauerte aber einige Wochen. Und ich bemerkte das Problem auch noch bei anderen Filmen und Serien. Tonspuren können verschwinden und das ganze zu melden ist umständlich, da Amazon zunächst auch nur den Kontakt mit Chatbots zulässt. Seit Amazon jedoch hinter den Kulissen mit KI-Untertiteln und Dialogue Boost-"Upgrades" rumspielt ist Prime Video für mich ziemlich unsicher geworden. Es kommt sogar vor, dass einem beim Kauf von Videos zunächst mehr Tonspuren angezeigt werden als schlussendlich verfügbar sind. Wieder ein Fall bei dem man eine Meldung machen muss und sein Geld zurück bekommen kann. Selbst wenn da dt./OV dabei steht ist es keine Garantie mehr, dass man die OV oder dt. Tonspur auch nach dem Kauf noch hat. Seit Prime Video auch noch Channel-Abos verkauft ist die Sache aus meiner Sicht noch unsicherer geworden. Sind die angezeigten Tonspuren nun für die "Kaufversion" oder die "Channel-Version"`? Und alles wird noch dadurch frustrierender, dass man keine einfache Überprüfungsmöglichkeit hat und im Bedarfsfall erst einmal im Kundencenter am Chatbot vorbei muss, ehe man im Callcenter landet, das womöglich auch irgendwann von einem KI-Chatbot ersetzt werden soll - ohne dass man davon erfährt.

 

Dachte ich mal meine DVD- und Blu-ray-Sammlung wäre überflüssig, so habe ich sie 2025 wieder ausgebaut. Immerhin es ist wie bei Netflix auch nicht ungewöhnlich, dass Filme gänzlich aus dem Programm genommen werden. Natürlich betrifft das vordergründig "reine Streaming-Angebote", aber bei Prime Video gibt es einige Filme durchaus nur in dieser Form, also entweder via Prime oder Channel-Abo streamen oder gar nicht - eine Kaufoption ist nicht vorhanden. Wie bei den Expanse Seasons 4-6. Nun sind die 3 betroffenen Seasons aber wegen Amazons Beteiligung als Produktionsfirma anders als Season 1-3 nur schwer physisch zu bekommen, was bedeutet: höchstens gebraucht und über Marketplace-Händler. Das gilt noch etwas verschärft für die einzige Komplettbox der Serie. Und weil es so lustig ist, wird man sich da auch noch über mögliche Region Locks informieren müssen. Eine Komplettbox die nur für den US-Markt herausgebracht wurde könnte ja auch nur für Player aus dessen Region angelegt sein. Als Jäger und Sammler Angeboten aufzulauern ist ja noch spaßig, die bitteren Pillen kommen oft mit Zustellproblemen, dem Zustand der Ware und Platznot.

 

Nun habe ich doch einige Jährchen auf Amazons großzügiges Prime Video-Angebot gesetzt und einige Filme und Serien nur dort in meinen "Besitz" gebracht. So locker wie die Gesetzgebung in den USA jedoch geworden ist und so sehr man den europäischen Markt unter Druck setzt, so sehr nimmt meine Beunruhigung zu, dass das alles nach irgendeiner politischen oder wirtschaftlichen Krise verloren sein kann - entweder weil man uns Europäer sanktioniert oder weil man einfach mal ungehindert die Kunden schröpfen will. Sorry, jetzt kommt halt Werbung in den gekauften Videos oder sorry, wenn du die weiter sehen willst brauchst du dieses neue Abo. Meine Perspektive ist da halt auch von den Erlebnissen mit dem Xbox Game Pass gefärbt. Microsoft hat nach mehreren Preiserhöhungen dann einfach in einem Schlag die höchstwertige Version des Game Pass über 20 angesetzt. WTF?! Mir ist diese Entscheidung völlig unverständlich, weil man gleich eine unverhältnismäßige Erhöhung und noch dazu ÜBER EINE PSYCHOLOGISCHE PREISGRENZE gewagt hat. Auf 19,99 statt 20 Euro zu setzen ist ja nicht irgendeine Tradition, das System funktioniert. Stattdessen ging man von 17,99 auf 26,99 und warf alles über Bord, was an Taktik bei Preiserhöhungen üblich ist. Ein doppelter Schlag ins Gesicht, denn gefühlt kostet er nun schon fast 30 Euro, während man vorher bei noch gefühlten 15 Euro war. Günstig ist etwas anderes, denn 9 Euro mehr fühlen sich so wie mehr als 10 Euro mehr an. So schön wie sich das Preisgefühl manchmal auf längst nicht mehr gängigen Niveaus einpendelt, so brutal ist es nun, dass man diesen gefühlten Preis fast verdoppelt hat. Microsoft ist in diesem Fall das beste Beispiel dafür, warum man Monopole bekämpfen sollte, denn sie führen zu eben solchen irrsinnigen Praktiken. Und auch Amazon darf sich wie Microsoft als Monopolmacht fühlen, auch wenn es außerhalb des eigenen Ökosystems noch andere Anbieter gibt.